{"id":12331,"date":"2020-05-24T16:52:53","date_gmt":"2020-05-24T14:52:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berndboden.de\/?p=12331"},"modified":"2020-06-14T15:30:19","modified_gmt":"2020-06-14T13:30:19","slug":"verlage-ein-anruf-und-eine-kiste-voll-buecher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.berndboden.de\/?p=12331","title":{"rendered":"Verlage, ein Anruf und eine Kiste voll B\u00fccher"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nat\u00fcrlich ist Schreiben Selbstzweck und wenn die Phantasie ihre schillernden, hellen und dunklen Schwingen ausbreitet und mich in Gefilde entf\u00fchrt, die ich weder planen noch absehen konnte, geh\u00f6rt das zu den begl\u00fcckendsten Momenten, die ich erleben durfte. Doch nat\u00fcrlich m\u00f6chte man als Selfpublisher, der sein Werk als E-Book und Taschenbuch auf den entsprechenden Bucherwerbungsplattformen eingestellt hat, auch wahrgenommen, sprich gelesen werden. Wenn man als Autor von jeher in den SocialMedia aktiv ist und einem Heerscharen von Anh\u00e4ngern followen, ist es leicht, die Trommel zu r\u00fchren, um diese Aufmerksamkeit \u2013 wie es so sch\u00f6n neudeutsch hei\u00dft \u2013 zu generieren. Meinereiner ist nicht in den SocialMedia aktiv und der Launch dieser Website ist der erste zaghafte Versuch, meine digitalen F\u00fchler in den Cyberspace auszustrecken. Dass ich meinen digitalen Claim gerade zum jetzigen Zeitpunkt im unendlichen Meer der Daten abstecke ist kein Zufall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der klassische Weg, ein Buch zu ver\u00f6ffentlichen, ist nach wie vor der Verlag. Und als Buchh\u00e4ndler und Fachbuchlektor B\u00fcchermensch durch und durch (der leider keine Kontakte in die Belletristik hat), ist der Verlag f\u00fcr mich auch der K\u00f6nigsweg, mein Buch in die Welt zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Doch Verlage sind knallharte Wirtschaftsunternehmen, deren Deckungsbeitragsrechnungen (der Deckungsbeitrag ist das, was nach Abzug aller Kosten einer Buchver\u00f6ffentlichung an Gewinn \u00fcbrigbleibt) wenig Spielraum f\u00fcr Wagnisse l\u00e4sst. Verlage sind hier auf der sicheren Seite, wenn sie Lizenzen von B\u00fcchern erwerben, die etwa im englischsprachigen Raum schon gut gelaufen sind. Auch k\u00f6nnen Autoren, die sich schon einen Namen gemacht haben, damit rechnen, weitere B\u00fccher zu ver\u00f6ffentlichen. Auf der sicheren Seite sind Verlage auch, wenn sie ihre Novit\u00e4ten auf die gut eingefahrenen und bekannten Gleise g\u00e4ngiger Genres setzen und so die Erwartungshaltungen fest definierter Zielgruppen bedienen. (Ich bevorzuge hier eher den Begriff der Anspruchsgruppe; welcher Leser l\u00e4sst schon gerne auf sich zielen?) Je weniger erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ein Buch also ist, desto einfacher und wirkungsvoller l\u00e4sst es sich auch in der Breite vermarkten. So wei\u00df jeder, was er von einer Dystopie erwarten kann, die mit der Dystopie XY eines schon bekannten Autoren vergleichbar ist. Hohe Deckungsbeitr\u00e4ge versprechen B\u00fccher in mittleren Auflagen, die so die gew\u00fcnschte Breitenwirkung erzielen. Als Crossover zwischen Dystopie, Fantasy und Romantasy hat es ein Buch wie \u201eDismatched\u201c von einem unbekannten, deutschsprachigen Autor da nat\u00fcrlich schwer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gro\u00dfe Publikumsverlage werden t\u00e4glich mit bis zu 20 so genannten Unverlangtmanuskripten \u00fcberflutet, mit denen unbekannte Autoren ihre Werke zur Ver\u00f6ffentlichung anbieten. Das alles, in der Hoffnung, hier doch noch einmal einen zuk\u00fcnftigen Bestseller zu entdecken, zu sichten und zu bewerten, bindet Ressourcen. Letztlich wird nur weniger als ein Prozent dieser Manuskripte ver\u00f6ffentlicht. Vor diesem Hintergrund ist es also fast aussichtslos, f\u00fcr \u201eDismatched\u201c einen Verlagsvertrag zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Doch ist mir mein Buch nat\u00fcrlich eine Herzensangelegenheit und ich habe mir gedacht, wenn es mir gel\u00e4nge, die Jury eines renommierten Buchpreises von den Qualit\u00e4ten von \u201eDismatched\u201c zu \u00fcberzeugen, w\u00fcrde mir das vielleicht auch die Bahn zu einer Verlagsver\u00f6ffentlichung ebnen. In diesem Sinne habe ich dann Anfang des Jahres ein Printexemplar an die Phantastische Bibliothek in Wetzlar geschickt, das aber mit der Zeit v\u00f6llig aus dem Blick verloren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der dann v\u00f6llig unerwartete Anruf Ende April, dass \u201eDismatched\u201c es auf die Longlist f\u00fcr den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar 2020 geschafft habe, war f\u00fcr mich ein wenig so, als w\u00e4re eine gewisse, ebenfalls f\u00fcr frohe Kunde via unerwartete Anrufe bekannte Akademie von Stockholm nach Wetzlar \u00fcbergesiedelt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Daraufhin habe ich eine gro\u00dfe Kiste mit weiteren Leseexemplaren f\u00fcr die Jury auf den Weg gebracht und harre jetzt der Dinge, die da kommen \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich ist Schreiben Selbstzweck und wenn die Phantasie ihre schillernden,&hellip;<\/p>\n<p> <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.berndboden.de\/?p=12331\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12334,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":{"0":"post-12331","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-allgemein"},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12331"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12331\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12405,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12331\/revisions\/12405"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12334"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.berndboden.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}